Wann soll die Behandlung beginnen?


Der Zeitpunkt für den optimalen Beginn einer Kieferorthopädischen Behandlung ist sehr unterschiedlich. Es gibt zahlreiche Fehlentwicklungen, denen schon im Milch- oder frühen Wechselgebiss mit einer so genannten Frühbehandlung begegnet werden kann. Der Zeitpunkt für eine Frühbehandlung liegt, falls notwendig, zwischen dem 4. und 8. Lebensjahr.


Bereits im Milchgebiss (Alter ca. 3 bis 6 Jahre) sollte schon darauf geachtet werden, dass Angewohnheiten, wie Daumenlutschen oder Lippensaugen eingestellt werden. Die Lage der Zunge beim Sprechen und Schlucken sollte überwacht werden, um das Entstehen eines offenen Bisses oder eine Unterkieferrücklage zu vermeiden. Frühbehandlungen sind ebenfalls notwendig bei Falschverzahnung (z.B. Kreuzbiss) oder auch bei der erblich bedingten Unterkieferüberentwicklung (Progenie).


Die Behandlung der meisten Fehlstellungen beginnt aber im Kindesalter von etwa acht bis zwölf Jahren. Das Kieferwachstum ist dann noch nicht abgeschlossen und kann gezielt gesteuert werden. Nur zu diesem Zeitpunkt kann die so genannte Platzreserve im Milchgebiss für eine positive Gebissentwicklung genutzt werden. Ab diesem Alter findet der größte Teil des Kieferwachstums statt. Deshalb gibt es in dieser Phase während des abschließenden Zahnwechsels ein besonders günstiges Verhältnis zwischen Aufwand und Nutzen der eingesetzten Behandlungsmittel.


Kieferorthopädie ist dennoch in jedem Alter möglich und auch wichtig. Die Behandlung kann in jedem Alter erfolgreich sein - allerdings ist die Dichte des erwachsenen Knochens höher, so dass die Behandlung länger dauert. Frühzeitig erkannte Fehlstellungen lassen sich bei Kindern oft mit einfachen Maßnahmen behandeln. Bei einem späteren Behandlungsbeginn kann oft nicht auf festsitzende Apparaturen verzichtet werden - in ganz seltenen Fällen müssen auch mal Zähne entfernt werden.